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THE HANDBOOK
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THE HANDBOOK 1


   INDEX


  1.     Vorgeschichte
  2.     Krankengeschichte
  3.     Vorurteilen
  4.     THE HANDBOOK
  5.     Das Ballet der Unverstaendlichkeit
  6.     Die Kategorien
  7.     Browse the Handbook
  8.     Memorial to Actuality
  9.     Die Edition
  10.     Erweiterungen
  11.     OEUVRE TOTAL
  12.     Das Selbst in digitaler Form
  13.     Learning by doing
  14.     Bibliografie
  15.     Tagebuch
  16.     Vorlagen
  17.     Nachlagen
  18.     Fotoprojekte
  19.     Notizbuecher
  20.     Artikelsammlung
  21.     STATISTICS
  22.     DIVERSE INFORMATIONEN + LINKS

 

Vorgeschichte

Nach meiner Uebersiedlung nach New York 1989 vertiefte ich meinen englischen Wortschatz vor allem mit dem Lesen der New York Times und begann systematisch Zeitungsartikel zu sammeln.

Es waren Artikel, die Umstaende beschrieben, die mich persoenlich betrafen und in mir ein spezielles Interesse ausloesten, da sie eine Problematik darstellten, wie ich sie in aehnlicher Form erlebte. Mein spezielles Augenmerk galt dabei vor allem gewissen Formulierungen, die sich als knappe, praezise Feststellungen eines komplizierten Sachverhalts einpraegten.

   

KG 
      Ich nannte die Sammlung "Die Krankengeschichte" Die KG fungierte als eine Selbstbefragung durch den medialen Input, war eine Art Psychoanalyse, mit dem Text als Analytiker und diente der Bewusstwerdung, Vergangenheitsbewaeltigung, der Sprachfindung und Assimilation.

Im Gegensatz zu den Vorlaeufern, wie das TAGEBUCH 1974, das vielfach noch aus persoenlichen Notizen bestand, entstand hier ein "Passives Tagebuch": Die Gedanken, Ueberlegungen und Schlussfolgerungen standen in den Zeitungsartikeln, ich musste nichts mehr selber schreiben, ich musste sie nur noch finden und sammeln.

 

RML
 

Diebenkorn
 

Sonnenlicht
 

Neuburg
 

Mensch
 

Essen
 
  TAGEBUCH 1974 

 

Krankengeschichte

Ungewohnt und deshalb faszinierend war wie die Themen in schonungloser Art und Weise dargelegt und diskutiert wurden. Hier einige Beispiele.

KG Beispiel 1: Erinnerung
Einer der ersten Artikel, den ich in die KG aufnahm, war die Kontroverse ueber den beruehmten Paediater Bruno Bettelheim und die Infragestellung seiner Heilmethoden:

 

"...[he believed] that the milieu of total control used by the Nazis to destroy people could be turned to good purposes."

"...they were afraid of his occasional unpredictable behavior."

"...terror of his footsteps in the dorm."

Richard Bernstein: "Accusations of Abuse Haunt the Legacy Of Dr. Bruno Bettelheim", New York Times, Nov 4, 1990

Erinnerung



1990


1997


1997


2003

 

KG Beispiel 2: CATCH-22 [ Anm. ]
   a) Das Dilemma von Minoritaetszugehoerigkeit und Berufschancen
Die Zwickmuehle in der sich der Schwarze Supreme Court Nominee Clarence Thomas befand, wird in einem Zeitungsartikel mit einem Satz auf den Punkt gebracht:

 

"...he refused to involve himself in racial issues, believing that to do so would signal that he could flourish only in such channels."

Neil A.Lewis: "Thoma's Journey on Path of Self-Help", New York Times, July 7, 1991

[ Anm. ]
 
Catch-22  /  Discrimination



1991


1996


1996


1998

   b) Verstecken
In einem neulich erschienen Artikel ueber den Maler Henry Ossawa Tanner (1859-1937) wird die Problemaktik folgendermassen beschrieben:

 

"...he is remembered today as the first African-American artist to achieve international fame in modern times. But that is not how he wanted to be known."

Ken Johnson: "An African-American Painter Who Tried to Transcend Race", New York Times, Feb 10, 2012
Catch-22 / Discrimination


2012

   c) Zeigen
Umwertung eines negativ besetzten Statussymbols:

 

"Should a President who used a wheelchair be recalled in one?"

"A photograph ... shows how he tried to keep his disability out of sight."

"...he is the role model for the 50 million disabled people living in this country," said Mr. Deland. "He lived his live in a wheelchair and history should record it."

Meghan Mutchler: "Roosevelt's Disability An Issue at Memorial", New York Times, Monday, April 10, 1995
 
FDR-Wheelchair-Controversy



1995


Diverse

 

KG Beispiele 3: Diverse andere Themen

 


Heimweh



Feb 13, 1992


Oct 4, 1992
 

Oct 18, 1992

CH BANKEN



Ordner

Abu Ghraib



2004

 

Vorurteilen

Ein unerwarteter Effekt des Wechsels in eine neue Kultur brachte ebenfalls eine neue Sensibilitaet mit sich. Es war die Registrierung von vorher nicht bewusst wahrgenommen Beschreibungen von Umstaenden oder Personen, wie sie z.B. in der Diskriminierung durch das Aussehen stattfindet. Das Land mit der allgegenwaertigen political correctness veraenderte meine Lesensart europaeischer Zeitungen. Hier als Beispiel aus der KG sei das Haare-Thema der NZZ erwaehnt:

                 
 
 
Frisurkorrektur  Pferde-
schweif 
Paedagogische
Kurzhaarfrisur 
Extra-
vaganzen 
Haarpracht  Angriff
des Kahlen
 
Kahlrasiert  Kahlkopf  Haarschnitt  gepflegte
Rasta-Frisur 

 

The Handbook

Auf der visuellen Ebene aber stach klar folgender Umstand ins Auge: Die Bildredaktion der New York Times las meiner Ansicht nach 10 mal interessantere Bilder aus als die europaeischen Zeitungen z.B. der Tages-Anzeiger, von der NZZ ganz zu schweigen.



Detail from THE HANDBOOK 1 p. 622

Offenbar hatte, ungleich als in Europa, wo das Wort an erster Stelle steht, das gedruckte Bild in den USA oberste Prioritaet.

Im Kontrast zu den US Medien, die naeher an die Dinge gehen und auf Kommunikation setzen, schauen europaeische Zeitungen bei der Auswahl eher auf "Corporate Identity", gepflegte Erscheinung und die Befriedigung der Sehgewohnheiten langjaehriger Abonnenten: im Herbst immer ein Bild mit einem entlaubten Baum in Nebellandschaft.

Die Entdeckung, der fuer mich neuen Bildauffassung bezw. Bildauswahl, fuehrte mich schliesslich zum Faszinosum der Hand in der Pressefotografie.

Das HANDBUCH nahm seinen Anfang.

 

Nach einer anfaenglichen Phase der Hand als Studienvorlage fuer Zeichnungen, wie sie im STUDIENBUCH der 80er Jahre ersichtlich sind, begann ich nur noch die Hand selbst zu sammeln ohne weitere kuenstlerische Umsetzung.

 

Handstudie 1990
 

 

Auch im STUDIENBUCH 1984-86 ging es - neben dem zeichnerischen Ueben und Konzentrieren - um die Frage, was ist mein Interesse an dem ausgewaehlten Bild, warum waehle ich gerade das aus.

Die Anhaeufung der Bilder sollte diese Fragen beantworten, so blieb der Sinn und der rote Faden der Sammlung vorerst verborgen, war sicherlich nicht vorgefasst und ergaben sich erst allmaehlich durch das Sammeln selbst.

TOTENBUCH 1979-85
FORMENSTUDIEN

            
Stein
 

Fäulnis
 

Nebel
 

Dripping
 

Kargheit
 

Skulptur
 
 

 

STUDIENBUCH 1985-87
ZEICHNUNGEN

   
Artaud
 

Palästinenser
 

Bauernhöfe
 

Menschen
 

Walser
 

Rückenlage
 

Mann
 

  

Ballet der Unverstaendlichkeit

Die Gestalt der Hand war im Zeitungsbild das wohl unkontrollierteste Element und darum in vorstellungsunmoeglichen Formen vorhanden, gerade weil die Hand nie Fokus des Bildes war: Die Hand war einfach da.

      

Haette man Fotografen beauftragt Haende abzubilden, waere die Aesthetik des Urhebers durchgedrungen, und die Vielfalt haette sich wahrschienlich auch in Grenzen gehalten. Eine dem Kuenstler eigene Aesthetisierung waere unvermeidlich gewesen. Im Gegensatz zu den Haendebildern im feinabgestimmten Fotografenlicht, geschah im gedruckten Zeitungsphoto - vornehmlich in der New York Times - mit den Haenden etwas anderes und es wurde klar, dass das abgegriffene Thema "Hand" hier wieder eine explosive Aktualitaet entwickelte.

Die Hand wurde zum OBJET TROUVE und ermoeglichte so eine Annaeherung an eine wirkliche Hand. Dies wiederum fuehrte zu einer Ent-POP-ularisierung des Fotos. Das Wegschneiden von soviel bildzugehoerigem Kontext wie moeglich, zu einer Einebnung und zuletzt einer verpersoenlichten, unverstaendlichen Zeichensprache.

 

Die grobe Bildauflosung und die wenig ausgepraegte Bildscharfe des Zeitungsphotos verhilft zu einem weiteren Verfremdungseffekt: Indem sie die Dreidimensionalitat der agierenden Extremitat in ein unscharfes Nebeneinander von mehr oder weniger dicht liegenden Rasterpunkten umsetzt, kreiert das Zeitungsbild einer Hand ein abstraktes Bild von verschiedenen Grauwerten, welches mit dem urspruenglichen Informationsgehalt kaum mehr uebereinstimmt.

Die Hand, im kurzen, ungewollten Aufscheinen, in einem - meistpublizierten - Zeitungsphoto, wird zum "object trouve" und vor der unweigerlichen "Sedimentierung" in der Masse von Bildern, uebergefuehrt in eine Sammlung von ueber 6000 Zeitungsausschnitten.

Bieri, Susanne: Katalog, VISIBLE, Künstlerbücher+Portfolios, Graphische Sammlung der Schweiz.Nationalbibliothek Bern, 1998

 


Arbeit am Handbuch

Eine ausgeschnittene Hand nach der anderen wurde nun der Groesse nach, Tag fuer Tag, ueber Jahre hinweg, in tranceaehnlicher, meditativer Geduldsamkeit, platzsparend hinzugefuegt.

 

"Das Handbuch" hat mich ein wenig weggeführt, von einem aktiven Schöpferzwang, der unter Umständen, zu gefährlichen, unreflektierten Produkten führen kann. Das Finden, Ausschneiden und Sammeln, Ordnen, und Kleben usw. hat einen grossen meditativen Wert. Wichtig daran ist die vermeintliche Passivität, die eigentlich eben nur eine Umkehrungsform des Schauens ist.
Eine Überaktivität kann ein Zeichen des Nicht-Hinschauen-Wollens sein (preoccupation with old images).
Beim Finden ist es umgekehrt: Weil ich offen bin, fällt mir alles in die Augen (Hände).

Darunterliegend verfolge ich selbstverständlich immer noch meine Deformationstheorie. Sie hat sich aber gegenüber meinem früheren Standpunkt insofern geändert, dass sie sich einer Poesie hingeben kann, einem Klang oder dass sie sogar mit einem Gedicht verglichen werden kann.
Die Freiheit der Form.
Das Wachsen.

Aus einem Brief an Regisseur Paolo Poloni 18.Januar 1998

 

Die zunehmend prekaeren Platzverhaeltnisse der immer groesser werdenden Ansammlung bedurfte staendiger Erweiterung des Platzes.

Dies wurde durch das Hinzufuegen von zusaetzlichen Seiten bewerkstelligt.

Eine angeklebte Seite an der anderen, schneckenfoermig einfaltbar ergaben ausgefaltet die typischen Baender.

 
DIAGRAMME

 

 

Die Kategorien

Die Frage der Ordnung in der schnell wachsenden Sammlung stellte sich ebenfalls von Anfang an und deren Bestimmung erfolgte langsam und mit dem Ausschluss von naheliegenden Kategorien, wie Mann/Frau, Arbeit/Sport. Eine Einordnung nach Groesse und Stellung oder Jung und Alt, Hautfarbe etc. kam auch nicht in Frage.

Mit dem benutzen von quasi-biologischen hin zu philosophischen Begriffen schaelten sich allmaehlich Kategorien phaenomenologischer Auspraegung heraus:

 

aDie linke und die recht HandDas EiThe Left and the Right HandTHE EGG
bEinzelhandTeilungSingle HandSEPARATION
cHand am Kopf und GesichtBewusstseinHand on Face and HeadAWARENESS
dHand an einem ObjektDas AussenHand on ObjectTHE EXTERIOR
eHand fasst eine andere Hand oder Arm anKommunikationHand Touching another Hand /ArmCOMMUNICATION
fArmeWachstum und IdentitaetArmsGROWTH + IDENTITY
gGesten und HaltungenAusdruck und GefangenseinGestures and PositionsEXPRESSION + SUBJECTION
hTaetigkeitenFreiheit und NotwendigkeitActivitiesNECESSITY + FREEDOM
iDie nicht beruehrte BeruehrungVergaenglichkeit + UnausweichlichkeitThe Not-Touched-TouchTRANSIENCE+INEVITABILITY
kStruktur der erhobenen ArmePolitikStructure of the raised ArmsPOLITICS

 

Die Form, der im jetztgeschichtlichen Kontext unberuecksichtigten Hand, konnte sich nun ungehindert entfalten, nachdem das beabsichtigte Ziel, das Bild aus einem direkten zeitabhangigen Zusammenhang herauszuloesen erreicht war. Der Aufbau konnte endlich z.B als Verhaeltnis der Zelle zum Gesamtorganismus, als allgemeine Entwicklungsgeschichte, oder als Wahrnehmungsystem des psychologischen Ichs zum Wir, gelesen werden.

 


a
The Left and the Right Hand (THE EGG)
Die linke und die recht Hand (Das Ei)

b
Single Hand (SEPARATION)
Einzelhand (Teilung)

c
Hand on Face and Head (AWARENESS)
Hand am Kopf und Gesicht (Bewusstsein)

d
Hand on Object (THE EXTERIOR)
Hand an einem Objekt (Das Aussen)

e
Hand Touching another Hand /Arm (COMMUNICATION)
Hand fasst eine andere Hand oder Arm an (Kommunikation)

f
Arms (GROWTH + IDENTITY)
Arme (Wachstum und Identitaet)

g
Gestures and Positions (EXPRESSION + SUBJECTION)
Gesten und Haltungen (Ausdruck und Gefangensein)

h
Activities (NECESSITY + FREEDOM)
Taetigkeiten (Freiheit und Notwendigkeit)

i
The Not-Touched-Touch (TRANSIENCE+INEVITABILITY)
Die nicht beruehrte Beruehrung
(Vergaenglichkeit + Unausweichlichkeit)

k
Structure of the raised Arms (Politics)
Struktur der erhobenen Arme
(Politik)

 

 

 

Memorial to Actuality



1


2

Die Zeitgeschichte, verstummt und komprimiert, zeitkollabiert im Sediment der Haende, in eingefrorenen, sinnlosen Gesten und Haltungen des Jetzts, und durch die friesartigen Vermusterungen, der formal an Mauerwerke gemahnenden Streifen, entwickelte sich das Handbuch zur monumentalen Gedenkstaette der Aktualitaet.

Eine letztliche und unwiderufliche Dekontextualierung erfuhr die Sammlung durch den Verzicht jeglicher Erfassung von Daten, wie Zugehoerigkeit der Hand zur jeweiligen Person, sowie Erscheinungsdatum und Urheber der abgebildeten Fotografie.

 

Seit je dienten von rechts nach links lesbare Friese, zumindest im Abendland dazu, Heilsgeschichte oder andere schwergewichtige Genesen zu vermitteln. Von der Höhlenmalerei über Giotto di Bondone bis hin zu Diego Rivera ziehen sich die erzählenden Bilder durch die Historie.

Insofern denkt und handelt Witschi explizit als traditioneller Maler. Die Gemälde, mit denen er bekannt geworden ist, operieren häufig mit dem "Erschrecken vor Dingen, deren Bedeutung sich nicht sofort erschliesst" (H.W.).

Altmann Susanne: Dresdner KULTURMAGAZIN 04/98
www.handbook.org
KUNST IM OEFFENTLICHEN RAUM: EIN KUENSTLERBUCH IM INTERNET

    
Das ringgebundene Handbook befindet sich in der Graphischen Sammlung der Nationalbibliothek in Bern und wurde dort 1998 in der Ausstellung "VISIBLE Künstlerbücher und Portfolios" gezeigt.

 


VISIBLE Künstlerbücher und Portfolios, April 1998

 

 

[Film: Bruno Jakob 1995]
        
[Film: Stephen Blauweiss 1997]

 

 

Die Edition

Als Vorlage fuer die Edition verwendete ich das Handbuch, das in der Zwischenzeit in der Sammlung der Nationalbibliothek Bern, seinen Platz fand.



EDITION

 

Austellungen: URSUS BOOKS 1997 Carlyle Hotel Madison Avenue und Hope Street, Brooklyn.



1997 URSUS BOOKS Carlyle Hotel Madison Avenue
     

URSUS BOOKS Announcement
     
TRACES 1997
curated by
Omar Lopez-Chahoud

 

 

 

Erweiterungen

 



THE HANDBOOK 2

 

Nach dem Kauf eines PCs im Jahr 1997 beginnt die Datentranskribition von schreibmaschinengeschriebenen Datenfichen des bildnerischen Werkes in Spreadsheets. Parallel dazu entsteht eine erweiterte Form des Handbuchs in digitaler Form.

 


Haufen
     
Assistenz
     
Scannen

 

1997 wurde die Adresse "www.handbook.org" belegt und die Website, von Stefan Meichtry gestaltet, lanciert.

Meichtry
+
     
Witschi 1
+
     
2
+

Die Eroeffnung der Webseite fand 1997 im "SPACE 2D" in Chelsea, New York statt, dem Ausstellungsraum der kolumbianischen Videokuenstlerin Adriana Arenas.

 

Im Gegensatz zur "physischen Variante" des Werkes bietet das virtuelle Buch eine Einordnung des Einzelmotives in einen Chorus und eine fast geologisch anmutende Sedimentierung von Masse an. Qua Verkleinerungsmodus können die einzelnen Bänder wie Schriftrollen untereinander gelegt werden und dann wieder spielerisch grossgezoomt werden. Die Überschau über die graphisch sehr eindrucksvollen Friese wird dem "Handbuch" als entwicklungsgeschichtliches Epos gerechter als es eine Präsentation in einer Museumsvitrine vermöchte.

Altmann Susanne: Dresdner KULTURMAGAZIN 04/98
www.handbook.org
KUNST IM OEFFENTLICHEN RAUM: EIN KUENSTLERBUCH IM INTERNET

 

 



BROWSE THE HANDBOOK

 

 

 

Das Selbst in digitaler Form

 



OEUVRE TOTAL

 

Die schnelle Entwicklung im PC Bereich machte es nun moeglich an einem digitalen Totalarchiv zu arbeiten.

      
Mein Ziel war es, ein Spiegel in digitaler Form zu schaffen mit den Mitteln einfachster Methoden und der Beschraenkung auf EIN Vehikel, das heisst es muss mit einer einfachen benutzerfreundlichen Programmierung, ohne Erwerb von Spezialprogrammen funktioneren.

Die Loesung war naheliegend: Alles muss im Browser laufen.

 

 

Learning by doing

        
1997 hatte das Erfassen vom bildnerischen Werk prioritaet. Dazu gehoerte das Scannen von Reproduktionen der Bilder und Zeichnungen und die Durchnummerierung der Originalwerke in den entsprechenden Lagerraeumen.

 

   

Eintrag im Gesamtkatalog 
     

Parallel dazu musste die HTML Programmierung erlernt und ebenfalls eine Darstellungs-
architektur entworfen werden.



PERL Skript


Database Relations

Die Programmiersprache PERL (Practical Extraction and Report Language) brachte die noetige Leistung um die grosse Datenmenge zo ordnen und in der Datenbank abzufragen.

Weitere Erfassungen betrafen die Bibliografie, das Tagebuch, die Vorlagen und Nachlagen und die Fotoprojekte.





Bibliografie
+ 



    

Tagebuch

 



     

Vor- und Nachlagen

 





Fotoprojekte

 

Die oben erwaehnten Hauptbereiche sind Gegenstand kontinuerlicher Weiterarbeit am Werkkatalog. Sie sind der Kern der ganzen Dokumentation.

 

Notizbuecher

In einem Mischbereich zwischen Alltag und Sammelsurium befinden sich die Notizbuecher. Sie fungieren als Tagebuecher des realen Lebens und vermitteln eher den Eindruck von Sudelbuechern.

      

Notizbuecher 
   

 

Die Notizbuecher beinhalten neben belanglosen Notizen, Gekritzel, Adressen, Gespraechsprotokollen, Vokabular usw. auch Zeichnungsstudien und andere werkbezogene Inhalte.

     
     
        
        
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           

Beispiele aus Notizbuechern

 

Artikelsammlung

Heute wird leicht vergessen wie man noch vor nicht langer Zeit muehselig ins Internet gelangte. Der Computer musste naemlich mit einem Telephonkabel verbunden werden und man waehlte durch ein Modem die Nummer des Servers.

Daraufhin war die Leitung allerdings fuer jeglichen Telephonverkehr besetzt, und zwar solange, wie man im Internet surfte. Es galt daher die Inhalte, wie z.B. Zeitungsartikel, nicht online zu lesen, um die Leitung nicht weiter zu blockieren. In dem man die Dateien auf den Desktop abspeicherte und schnell wieder ausloggte, sparte man Zeit und Geld.
Modem sound

Selbstverstaendlich wurden die gelesenen Dokumente, anstatt geloescht, in entsprechende Ordner wie "Kunst", "Musik", "Philosophie" abgelegt. Die Dateienmenge dieses Archivs belaeuft sich auf ungefaehr 40'000 Artikel.

 

 

 

STATISTICS

- Gesamtkatalog der Malerei / Zeichnungen (3'400 Eintraege)
-Bibliografie (alle Artikel gescannt)
-digitales Tagebuch (taegliche Eintraege der Malerei)
-Korrespondenz seit 1989
-Fotografien (90'000)
-Fotoprojekte (Homeless + Death Valley)
-ueber 1'000 Kurzfilme
-Persoenliches Archiv der Art Students League of New York
(Studentenarbeiten, Materialien, Notizen 12'000)
-weitere Sammlungen wie "no leg", "foreshortened Arms"
-Gesamtarchiv Improvisationen und Kompositionen, Midi-Files etc. (1'500)
-Das Archiv ist sowohl serverkompatibel als auch offline voll funktionstuechtig und mit Suchfunktion ausgestattet.
-Die Datenmenge belaeuft sich auf ungefaehr 1 TB und ist im Wachstum.

 

 

DIVERSE INFORMATIONEN + LINKS

2011Archive der Zukunft - neue Wissensordnungen
Symposium im Sitterwerk
04. November 2011 bis 05. November 2011
  
e-helvetia
Aufnahme in die Sammlung von Webarchiv Schweiz
  
2012
       
Ein Buch bei Nacht - Objekte aus der Bibliothek Andreas Züst
Corner College, Zürich
19. bis 21. Oktober 2012
+                                 +      
  

 

 

 

© Hans Witschi 2012

 

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